"Medizinische Daten bilden das Fundament KI-gestützter Gesundheitsinnovationen, doch ihre ökonomische Verwertung offenbart eine strukturelle Asymmetrie: Kliniken und Forschungseinrichtungen tragen oft die erheblichen Kosten für Sammlung, Kuration und Annotation hochwertiger Datensätze, während die wirtschaftliche Wertschöpfung primär in nachgelagerten Entwicklungsphasen realisiert wird. Diese Diskrepanz gefährdet die langfristige Nachhaltigkeit eines datengetriebenen Gesundheitssystems. Wir benötigen faire, strukturierte Kompensationsmodelle, etwa Revenue-Sharing-Vereinbarungen oder Lizenzierungsrahmen, die alle Akteure der Wertschöpfungskette angemessen beteiligen. Gleichzeitig müssen wir Patientensouveränität durch Dynamic-Consent-Modelle und Data Cooperatives stärken sowie Interoperabilitätsstandards vorantreiben.
Nur durch eine ausgewogene Datenökonomie können wir Innovation fördern, Patientenrechte stärken und sicherstellen, dass öffentliche Institutionen ihre essentielle Rolle nachhaltig erfüllen können."
— Michael Byczkowski, SAP SE
„Faire und transparente Kompensationsmodelle entlang der gesamten Datenwertschöpfungskette sind von zentraler Bedeutung. Ebenso wichtig sind souveräne europäische IT- und Governance-Lösungen, die eine rechtskonforme Verwaltung und Nutzung von Daten gewährleisten, die Ausübung von Patientenrechten sicherstellen und gleichzeitig Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern vermeiden.
Solche Infrastrukturen schaffen die Grundlage nicht nur für die Entwicklung von KI-Produkten, sondern auch für deren kontinuierliche Überwachung, insbesondere bei risikobehafteten Anwendungen. Darüber hinaus bilden sie ein wesentliches Rückgrat für KI-Reallabore, in denen risikobehaftete KI-Systeme vor ihrem Markteintritt umfassend getestet und validiert werden können.“
— Prof. Dr. med. Petra Ritter, Charité – Universitätsmedizin Berlin
„Für die Entwicklung sicherer und leistungsfähiger KI Lösungen im Gesundheitswesen brauchen wir verlässliche Datenräume, die Forschung und industrielle Innovation gleichermaßen ermöglichen. Entscheidend ist, dass Gesundheitsdaten nicht nur zugänglich, sondern technisch verarbeitbar sind – einschließlich Bilddaten, die zentral für Diagnostik und Therapie stehen.
Wir benötigen deshalb klare, sichere Modalitäten für den Datentransfer aus Forschungsdatenzentren, harmonisierte Datenschutzstandards und europäische, souveräne IT Infrastrukturen, die Transparenz, Patientenrechte und die Anforderungen des AI Act gleichermaßen erfüllen.
Nur mit einem konsistenten, europaweit tragfähigen Ordnungsrahmen können wir KI gestützte Medizin entwickeln, kontinuierlich überwachen und in Reallaboren verantwortungsvoll testen. Damit stärken wir nicht nur Innovation und Versorgungssicherheit, sondern auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Gesundheitsstandorts Deutschland und Europas.“
— Stefanie Polat, Siemens Healthineers AG